Donnerstag, September 01, 2011
Das Urbild - Urbanes Leben
Titel: Lost in the city
Jahr: 2011
Technik: Fotomontage:
Format: 21 x 28 cm
Assoziationen:
Sie wächst – die City. Schnell – noch schneller
– die Uhrzeiger drehen sich. Sie wächst –
die City – doch für wen? Gehetzt läuft der
Mensch durch deine Strassen. Konsum statt
Leben – keiner bleibt stehen.
Nicht untergehen. Nein, ich will nicht kaufen.
Will über den Dingen stehen. Lieber draußen
statt drinnen – sich dem Sog der Masse entziehen.
Ruhe- Stille – Angenehm!
Die Technik der Collage bietet sich geradezu an, um ein Zeichen gegen den genormten Massengeschmack zu setzen. Ein Geschmack, der durch Werbung und nicht durch Überzeugung in den Köpfen der Menschen als Bedürfnis sein Unwesen treibt. Das künstlich geschaffene Bedürfnis überlagert die tatsächlich vorhandenen menschlichen Bedürfnisse. Die Ersatzbefriedung heißt Konsum. Der Mensch wird ein Teil des Marktes. Zu Gruppen zusammengefasst. Zur Zielgruppe einer Werbestrategie.
Auf einmal bis du nicht mehr Mensch, sondern Teil einer Gruppe, die - laut künstlich erzeugtem Bedürfnis – angeblich die und die Bedürfnisse hat. Das kapitalistische System will uns normieren – gleichmachen. Der Weg vom Homo sapiens zum Homo consumens hat seinen Lauf genommen.Doch wir sind nicht gleich!
Da spiele ich doch lieber. Ja, der Homo ludens befreit den Homo sapiens aus seiner Knechtschaft als Homo consumens. Für mich ist dies geradezu ein Akt der Nächstenliebe: die xxx-fache Auflage ein und desselben Bildmaterials durch den Schnitt der Schere zu zerstören. Gleichzeitig befreie ich einzelne
Elemente aus ihrem engen Korsett der Werbebotschaft. Jetzt dürfen sie Sein.
Hochglanzmagazine, Tageszeitungen, Kataloge und Prospekte sind Ausgangsmaterial für meine Arbeit.
Ich entreiße/schneide/befreie die konsumorientierten Inhalte aus ihrem Kontext - aus ihrem Auftrag,Konsumwünsche zu wecken. Unabhängig von diesem Zusammenhang werden sie wieder zu Individuen, die sich in dieser Welt zurechtfinden müssen. Jedes Individuum ist Einzigartig. Die handgemachte Collage macht aus dem Massenmedium wieder etwas Einzigartiges. Vielfalt statt Gleichklang!
Das ist der Grund, warum ich collagiere.
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